Stakeholder Gewichtung - Wie behandle ich meine Stakeholder?

Jedes Projekt hat seine Stakeholder. Die Stakeholder sind alle, die ein Interesse an unserem (Software-) Produkt haben, sowie dessen spätere Benutzer.
Im Rahmen der Stakeholderanalyse bekommen wir von den Stakeholdern die Anforderungen an unser Produkt, sowie dessen Kontext in Form von Rahmenbedingungen und mögliche Risiken.

Missachtung von Stakeholdern

Es besteht immer die Gefahr, dass Stakeholder zu spät entdeckt oder nur ungenügend in unsere Prozesse eingebunden werden. Um das zu verhindern müssen wir versuchen, die wichtigen Stakeholder sowie deren Interessen frühzeitig zu identifizieren. Geschieht dies nicht führt das oft zu verlängerter Projektlaufzeit und großen, teuren Anforderungsänderungen.
Genau so kann ein Stakeholder im Nachhinein seine Meinung zum Projekt ändern, wenn er seine Interessen missachtet sieht.

All dem kann vorgebeugt werden, indem von Anfang an so viele Stakeholder wie möglich identifiziert und ihre Interessen richtig gewichtet werden.

Gewichtung von Stakeholdern

Jedem Stakeholder kann eine Gewichtung zugeordnet werden. Gemessen werden vor allem zwei Metriken: Einfluss und Interesse des Stakeholders. Anhand dessen kann entschieden werden, wie eng wir mit dem Stakeholder zusammenarbeiten müssen, um seine Interessen nicht zu vernachlässigen und ihn gleichzeitig genug einzubinden.

Stakeholdermatrix

Anhand der Metriken Einfluss und Interesse lässt sich eine einfache Matrix aufbauen, anhand derer man ablesen kann, wie mit dem Stakeholder umzugehen ist.
Dazu bilden wir ein Quadrat, das wir in vier gleich große Quadrate einteilen. Wir beschriften die Kanten mit unseren Metriken Einfluss und Interesse und tragen folgende Stakeholder ein:


Stakeholder Interesse Einfluss
Stakeholder A niedrig niedrig
Stakeholder B hoch hoch
Stakeholder C mittel mittel
Stakeholder D niedrig hoch
Stakeholder E hoch niedrig

Das Ergebnis sieht dann so aus:

Stakeholdermatrix

Wie man sieht lassen sich von allen Stakeholdern sofort Interesse und Einfluss ablesen.

Aus den Metriken lassen sich nun auch konkrete Maßnahmen ablesen, indem wir feststellen, in welchem Quadranten sich sich die Personen befinden:

Stakeholdermatrix-Maßnahmen

Wenn wir nun wieder unsere Stakeholder betrachten, können wir uns die Maßnahmen ableiten:

  1. Stakeholder A muss vorsichtig überwacht werden
  2. Stakeholder B gehört zu unseren wichtigsten Stakeholdern und muss ständig eingebunden werden
  3. Stakeholder C hat mittleren Einfluss und ist mittel interessiert. Gelegentliche Einbindung sollte hier gegeben sein.
  4. Stakeholder D hat wenig Interesse und möchte eigentlich nur keine Probleme, er möchte zufriedengestellt werden
  5. Stakeholder E möchte nur über Neuerungen informiert werden

Fertig!

Wir haben unsere Stakeholder analysiert und gewichtet und wissen nun, wie wir mit ihnen umzugehen haben. Unserem Geschäftserfolg steht nicht mehr viel im Weg!

Material: Stakeholdermatrix zum Download

Extra für dich habe ich die Stakeholdermatrix als draw.io Diagramm und als Excel Tabelle hochgeladen! So kannst du direkt loslegen und deine Stakeholder einordnen.

Felix Klauke

Felix Klauke